01. September 2015

Vergangene Woche lud das ICCAS zum zweiten Mal zur Digital Operating Room Summer School (DORS) ein, in der Interessenten aus aller Welt ihr Wissen über die Entwicklung chirurgischer Assistenzsysteme für den modernen Operationssaal erweiterten. Der einwöchige Intensivkurs bestand aus Fachvorträgen, praktischen Workshops, einer Lehreinheit im Anatomischen Institut der Medizinischen Fakultät sowie OP-Konsultationen im Herzzentrum und dem neu eröffneten Operationssaal der HNO-Klinik des Universitätsklinikums Leipzig. Er bot den Teilnehmern die Möglichkeit, eine Einführung in große Innovationsbereiche des ICCAS – wie Digitales Patientenmodell, OP-Infrastruktur oder Workflowmanagement – zu erhalten sowie den neuesten Stand der Technik in anwendungsnahen Bereichen kennenzulernen. Diese lobten die gute Balance zwischen den klinischen und technischen Themen und den theoretischen Ausführungen und praktischen Kursteilen. Manch junger Informatiker sammelte allererste OP-Erfahrungen, manch Ingenieur nahm zum ersten Mal ein chirurgisches Instrument in die Hand, um an Phantomen die Vorzüge der Hightech-Entwicklungen für Chirurgen nachzuempfinden. Als Referenten konnte das ICCAS neben den eigenen Wissenschaftlern namhafte klinische Experten aus Leipzig sowie internationale Fachgrößen der computerassistierten Chirurgie gewinnen. Die Teilnehmer profitierten von der direkten Interaktion mit den erfahrenen Forschern und erhielten zudem Hinweise für ihre eigenen Forschungsthemen.

Das positive Feedback und die im Vergleich zum Vorjahr gestiegene Teilnehmerzahl, darunter Gäste aus Europa, Kanada und Amerika, ermuntern für die Weiterführung der DORS im kommenden Jahr.

27. August 2015

Anlässlich seines 10 jährigen Jubiläums lud das ICCAS am 27.08.2015 zu einem Pressegespräch ein. Institutsdirektor Prof. Andreas Melzer und Prof. Thomas Neumuth informierten über den erfolgreichen Werdegang sowie aktuelle und zukünftige Projekte des Instituts. Prof. Melzer erläuterte in diesem Zusammenhang die möglichen Anwendungen des Fokussierten Ultraschalls unter Magnetresonanztomographie, die im neuen ICCAS-Forschungsfeld „Nichtinvasive Bildgebende Chirurgie“ eine große Rolle spielen werden. Anschließend erklärten Wissenschaftler am Computerkonstrukt den Stand der Forschung zum „Digitalen Patientenmodell“. Der Demo-OP wurde zur Kulisse für die eindrucksvolle Simulierung einer Nasennebenhöhlen-OP unter Steuerung eines mitdenkenden Assistenzsystems, das die OP-Schritte erkennt und den Chirurgen vor Gefahrensituationen warnt. Die Demonstration der „Magischen Linse“ – eines iPads mit dem der Chirurg wie durch ein Fenster ins Innere des Körpers schauen kann – war abschließender Teil der gelungenen ICCAS-Präsentation.

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Artikel LVZ

Evaluation der Creative Unit „Intra-Operative Information“ der Universität Bremen im ICCAS-Demo-OP20. Juli 2015 Vergangene Woche besuchten Mitarbeiter und Bachelorstudenten der Creative Unit „Intra-Operative Information“ der Universität Bremen das ICCAS. Die fachübergreifende Forschungsgruppe, deren Leiter Prof. Ron Kikinis vom Fraunhofer MEVIS ist, beschäftigt sich vor allem mit dem Problem der Mensch-Maschine-Interaktion bei der Verwendung von Bilddaten im Operationssaal.

Die Besucher aus Bremen nutzten den ICCAS-Demo-OP als kliniknahes Umfeld für die Evaluation von Fußschalter-Interaktionskonzepten, die im Rahmen eines Bachelorprojekts entstanden. ICCAS-Wissenschaftler sowie Kliniker testeten die Prototypen und setzten mit ihren Expertisen entscheidende Impulse für deren Verbesserung. Ziel ist, dass der Chirurg selbst während einer OP mit den Bilddaten (wie z.B. 3D-Modellen) arbeiten kann.

13. Juli 2015

Der Mitmachstand des ICCAS auf dem Erlebnisparcours Medizin lockte viele neugierige Bürger an, einmal selbst ein computergesteuertes chirurgisches Assistenzsystem in die Hand zu nehmen. Groß und Klein nutzten die Möglichkeit, Eingriffe in die Nasennebenhöhlen per Hightech- Endoskop zu simulieren oder mit einer Felsenbeinfräse an originalgetreuen Schädelphantomen zu fräsen. Die Faszination der „Magischen Linse“, mit der anatomische Strukturen innerhalb des Körpers sichtbar werden, konnte live und auf Video bestaunt werden. Prodekan Prof. Ingo Bechmann vom Nachbarstand „Anatomisches Institut“ meldete sogar Interesse an, dieses eigentlich für die intraoperative Assistenz entwickelte System im Anatomieunterricht der Medizinstudenten einzusetzen. Diese Idee soll jetzt geprüft werden.

Während die Jubiläumsfeier der Medizinischen Fakultät bereits wieder der Vergangenheit angehört, bereitet sich das ICCAS auf das eigene Jubiläum „10 Jahre ICCAS“ vor, das mit dem ICCAS International Symposium am 29. August 2015 seinen Höhepunkt findet.

14. Juli 2015

Vorerst für 3 Jahre steht ICCAS-Direktor Professor Andreas Melzer als Research Associate am Max-Planck-Institut (MPI) für Kognitions- und Neurowissenschaften die Tür für geplante Kooperationsarbeiten offen. Im Fokus der gemeinsamen Forschung liegt die Anwendung des Magnetresonanz-geführten fokussierten Ultraschalls (MRgFUS) auf die Neuromodulation und -stimulation. Professor Melzer, der seit 2009 die Entwicklung des Verfahrens MRgFUS vorantreibt, wird dabei mit der Forschungsabteilung Neurologie um MPI-Direktor Professor Arno Villringer zusammenarbeiten. Ziel der Kooperation ist die verbesserte Diagnose und nichtinvasive Therapie von Hirnveränderungen nach Schlaganfall und funktioneller neurologischer Erkrankungen. Auf dem ICCAS-Symposium am 29. August 2015 in Leipzig wird Professor Villringer dazu einen Gastvortrag halten und das Projekt näher vorstellen.