16. Dezember 2014

Am 08. Dezember eröffnete Prof. Jürgen Meixensberger in der Semmelweisstraße 14 das alljährliche Statusseminar und die Beiratssitzung des ICCAS mit Grußworten an die Mitarbeiter und geladenen Gäste, zu denen u.a. die ICCAS-Vorstands- und Beiratsmitglieder aus Wissenschaft und Wirtschaft sowie der Prodekan der medizinischen Fakultät Prof. Ingo Bechmann gehörten. Anschließend übergab er das Wort an ICCAS-Direktor Prof. Andreas Melzer, der im September dieses Jahres sein Amt antrat und seitdem die Fäden des ICCAS in seinen Händen hält. Prof. Melzer stellte die Vorhaben zur Weiterentwicklung des ICCAS-Konzeptes vor, wobei wichtige Aspekte eine stärkere Verzahnung mit anderen medizinischen Forschungseinrichtungen sowie der Ausbau von Kooperationen mit dem Industriesektor sind. Zudem erläuterte Prof. Melzer die Einbettung seines Forschungsfeldes Magnetresonanz-geführter fokussierter Ultraschall (MRgFUS) in die Forschungslandschaft des ICCAS. Prof. Bechmann lobte die Arbeit des ICCAS und sicherte von Seiten der medizinischen Universität Unterstützung für die weiteren Vorhaben zu. Auch aus den Reihen der Mediziner des Universitätsklinikums Leipzig gab es große Wertschätzung für die bereits geleisteten Erfolge. Leipzig ist ein besonderer Standort, an dem die Interessen und Probleme der Chirurgen im Zeitalter der Digitalisierung und Datenkomplexität wahr- und ernst genommen werden. Das ICCAS trägt dazu bei, dass die chirurgische Arbeit erheblich unterstützt wird und nicht zuletzt die Patienten davon profitieren. Dies sind die Früchte einer langjährigen, engen, interdisziplinären Zusammenarbeit.

Es folgte eine Präsentationsrunde der Forschungsfelder Modellbasierte Automation und Integration (MAI), Digitales Patienten- und Prozessmodell (DPM) und Standards (STD) durch die Projektleiter. Viel wurde erreicht im fast vollendeten Jahr 2014, viele Vorhaben hält das neue Jahr bereit. So wurden Projekte, wie Standards, Patientensimulationssysteme und Defektklassifizierung der Halswirbelsäule (HWS) verabschiedet, deren Laufzeit sich dem Ende neigt und neue Projekte vorgestellt, die nun starten werden – z.B. das Projekt ONCOCONTROL, welches die erfolgreiche Entwicklung im Bereich Informations- und Managementsysteme in der Tumortherapie fortsetzen wird.

Über den Stand der Forschung in den einzelnen Forschungsfeldern wurden die Gäste anhand von Life-, Multimedia-, PowerPoint- und Posterpräsentationen informiert. So ließen die Wissenschaftler der DPM-Gruppe ihre Vision von einem Computersystem, das im Jahr 2025 den Chirurgen im Operationssaal bei schwierigen Therapieentscheidungen unterstützen soll, in einem Video Wirklichkeit werden. Die Ergebnisse des PascAL Projekts wurden anhand einer Demonstration der Videolaryngoskopie am neu entwickelten Trainingssimulator vorgestellt. Erik Schreiber fasste die erfolgreiche Arbeit der Standards-Gruppe zusammen, die maßgeblich zur Etablierung der IHE Domäne für die Chirurgie sowie zur Entwicklung wichtige IHE-Profile beitragen konnte. Projektübergreifend werden die Ergebnisse auch weiterhin Einfluss auf Entwicklungen am ICCAS haben. Sandra von Sachsen stellte die erfolgreiche Forschungsarbeit der HWS-Gruppe vor, die sich mit der Erstellung eines Modells zur verbesserten Diagnostik und Therapie bei Erkrankungen der Halswirbelsäule beschäftigte. Den Abschluss der Präsentationen bildete die Demonstration von Nachwuchswissenschaftlern der MAI-Gruppe zu Weiterentwicklungen in der modellbasierten Automation für die intraoperative Assistenz.

Die abwechslungsreiche Veranstaltung, deren Themen reichlich Stoff für Diskussionen über Nutzen und Anwendung hochtechnischer Systeme nicht nur im operativen Bereich bot, endete mit der Zusammenkunft des ICCAS-Beirates, dessen hochkarätige Mitglieder aus Wissenschaft und Industrie die Forschungsarbeit des ICCAS jährlich evaluieren.
Gedankt sei allen Gästen und Mitarbeitern für die gelungene Beiträge, konstruktiven Diskussionen, Ideen und Lösungsvorschläge, die das ICCAS mit in das 10. Jahr seines Bestehens nehmen wird.

Das ICCAS wünscht allen ein besinnliches Weihnachtfest und ein gesundes neues Jahr!

Am Freitag, dem 19. Dezember 2014, findet um 9:00 Uhr im ICCAS-Seminarraum die Auftaktveranstaltung zu einem Kolloquium mit Vertretern der Fraunhofer Institute statt. Erster Vortragender dieser Vorlesungsreihe wird Dipl.-Ing. Steffen Tretbar sein. Der Leiter der Abteilung „Medizinischer Ultraschall“ am Fraunhofer Institut für Biomedizinische Technik (IBMT) beleuchtet das Thema “Neue Perspektiven des medizinischen Ultraschalls“.

Am Dienstag, dem 09.12.2014 um 17:00 Uhr, spricht ICCAS-Direktor Prof. Andreas Melzer im „Klinisch-Neurowissenschaftlichen Kolloquium“ des Universitätsklinikums Leipzig (UKL) zum Thema „MR – geführter fokussierter Ultraschall zur Behandlung neurologischer/psychiatrischer Erkrankungen: Stand der Technik und Ausblick“.
Die Veranstaltung, deren Gastgeber die Klinik und Poliklinik für Neurochirurgie des UKL ist, findet im Haus 4 (Innere und Operative Medizin; Neurologie; Radiologie), im Seminarraum 0015/0016 in der Liebigstraße 20 statt.


Link zum Flyer des Veranstaltungsprogramms im Wintersemester 2014/15

29. Oktober 2014

Mitte Oktober rief Professor Heinz U. Lemke den ICCAS Workshop Standards and Model Guided Medicine ins Leben. An der internationalen Veranstaltung nahmen renommierte Wissenschaftler, wie Kevin Claeary, Forschungsprofessor und Bioingenieur am Sheikh Zayed Institute for Pediatric Surgical Innovation in Washington DC und Emanuele Neri, Professor für Radiologie am Universitätsklinikum Pisa, Prof. U. Meyer, Firma MT2IT sowie ICCAS-Direktor Prof. Andreas Melzer teil. Auf der Tagungsordnung standen Themen, die für weitere Entwicklungen des Informationsmanagements und der Systemintegration im digitalen Operationssaal von Bedeutung sind. Die Teilnehmer tauschten länderübergreifend Wissen über technische Rahmenbedingungen und Zulassungsbestimmungen hinsichtlich der Umsetzung von Konzepten im Bereich der modellbasierten Automation aus. Weitere Diskussionspunkte des Workshops waren die Einbindung von Standardisierungen in zukünftige Projekte sowie die Rolle des ICCAS beim Leuchtturmprojekt OR.NET.

inselspital22. Oktober 2014

Erst kürzlich beendete Dr. med. Patrick Dubach vom Inselspital Bern seine gastwissenschaftliche Tätigkeit am ICCAS. Nun bereitete er Bernhard Glaser aus der Forschungsgruppe MAI bei seinem vierwöchigen Studienaufenthalt im Inselspital und am ARTORG Center for Biomedical Engineering Research der Universität Bern einen herzlichen Empfang.

Glaser führte im Inselspital eine Studienreihe im Rahmen seines neu entwickelten Trainingssystems für instrumentierende Personen im Operationssaal durch. Der so genannte „Nosco Trainer“ wurde von OP-Mitarbeitern des dortigen HNO-Bereiches getestet und anschließend im Rahmen einer Multi-Zentren-Studie beurteilt. Das Feedback der Probanden war durchweg positiv. Demnach besteht bei der Ausbildung von OP-Personal in der Schweiz durchaus Bedarf an einem solchen Trainingssystem. Am ARTORG Center bekam Glaser Einblicke in die Arbeit der Forschungsgruppe „Image Guided Surgery“.

Die Aufgeschlossenheit der Schweizer Kollegen gegenüber dem Projekt lässt auf weitere Zusammenarbeiten hoffen. Eine Veröffentlichung der aktuellen Studienergebnisse ist bereits in Arbeit.