DORS 2014 Wenn am 22. September 2014 die Summerschool des ICCAS für eine Woche ihre Türen öffnet, erwartet die Teilnehmer ein reich gefülltes Programm, das die Entwicklungen und Herausforderungen im Bereich Informationstechnologie für den digitalen Operationssaal zum Gegenstand hat.

In den Räumlichkeiten des neuen Augusteums sowie der Bibliotheca Albertina werden erfahrene Wissenschaftler aus der Medizin, dem Ingenieurwesen und der Informatik ihre Erfahrungen auf den Gebieten medizinische Bildverarbeitung, Computer Vision und IT-Technologien weitergeben und den Teilnehmern beratend zur Seite stehen. Zudem sprechen Klinikbetreiber über Möglichkeiten der Umsetzung neuer IT-Infrastrukturen in ihren Häusern. In einem praktischen Teil werden die Teilnehmer in die menschliche Physiologie und Anatomie eingeführt. Eine Hospitation im OP soll Arbeitsabläufe und Technologien näher bringen. Im ICCAS Konzept-OP können schließlich neueste Entwicklungen anhand von Prototypen und Simulatoren selbst getestet werden.

Angesprochen sind vor allem junge Wissenschaftler und Doktoranden, die sich den neuen Anforderungen an eine personalisierte Medizin mithilfe anwendbarer technologischer Assistenz stellen und dazu Expertenkenntnisse aus erster Hand erfahren möchten. Aber auch alle anderen Interessenten, die den direkten Austausch innerhalb der wissenschaftlichen Community im Bereich computerassistierte Chirurgie suchen, sind herzlich willkommen.
Die Teilnehmerzahl ist begrenzt. Anmeldungen können bis einschließlich 31. 08. 2014 erfolgen.
Das ICCAS freut sich auf lehrreiche Tage in Leipzig, in denen auch das gegenseitige Kennenlernen nicht zu kurz kommen soll.

Weitere Informationen sowie das Anmeldeformular zur DORS gibt es unter www.iccas.de/dors.

Flyer zur DORS

Informationsverarbeitung und Wissensmanagement sind wichtige Arbeitsgebiete, mit denen sich das Forschungsfeld DPM beschäftigt. Teil davon ist die Sentiment Analyse von klinischen Texten – das Spezialgebiet von Yihan Deng. Über die aktuellen Forschungsergebnisse zu dieser eher ungewöhnlichen Methode der Informationswiedergewinnung im medizinischen Bereich berichtete der Informatiker auf der diesjährigen International ACM SIGIR Conference in Gold Coast (Australien). Zu den Teilnehmern der Veranstaltung zählte auch DPM-Nachwuchsgruppenleiterin Dr. Kerstin Denecke, die – wie der Arzt Matthäus Stöhr – in die Untersuchungen involviert ist. Die Wissenschaftler beweisen, dass Patientenakten alles andere als objektive Datenansammlungen sind. Sie beinhalten vielmehr wichtige Beobachtungen und Bewertungen des klinischen Personals zur aktuellen Gesundheitslage der Patienten, woraus sich Hinweise für weitere Therapiemaßnahmen ableiten lassen. Die Sentiment Analyse kann somit wichtige Auskünfte für das digitale Patientenmodell liefern, die sonst in Patientenakten verborgen blieben.

Die von der Association for Computing Machinery (ACM) und der Special Interest Group on Information Retrieval (SIGIR) organisierte Konferenz ist eine der wichtigsten Veranstaltungen zur Thematik „Informationswiedergewinnung“. Hier finden Wissenschaftler zusammen, die sich mit der Erkennung, Organisation, Speicherung, Rückgewinnung und Distribution von Informationen in öffentlichen und privaten Bereichen beschäftigen.

Dr.-Ing. Stefan Bohn 17. Juli 2014

Wenn jemand weiß, wie die Forschung am ICCAS ins Rollen kam, dann Dr. Stefan Bohn. Der sympathische Wissenschaftler war einer der ersten Mitarbeiter im Gründungsjahr des Innovationszentrums. Nun, nach fast neunjähriger Tätigkeit, verlässt er seinen Arbeitsplatz in der Semmelweisstraße, um zu anderen Ufern aufzubrechen. Schweren Herzens lässt ihn das ICCAS ziehen, denn mit ihm verliert es einen zuverlässigen, engagierten und sehr schöpferischen Mitarbeiter.

Stefan Bohn brachte schon im Jahr 2005 mit dem Master für Biomedizinische Technik wichtige Kenntnisse in der Entwicklung von medizintechnischen Systemen in das ICCAS ein. Von Beginn an arbeitete er an der Konzeptionierung und Umsetzung einer Architektur zur hersteller-übergreifenden Integration von Medizingeräten, klinischen IT-Systemen und chirurgischen Assistenzsystemen. Dieser Aufgabenbereich schloss auch die Doktorarbeit mit ein, die er 2013 erfolgreich an der Universität Leipzig verteidigte. Das dabei entstandene Gesamtsystem kommt bereits Medizinern und Patienten im Universitätsklinikum Leipzig zugute. Lösungsstrategien des Ingenieurs finden sich auch im BMBF-geförderten Verbundprojekt OR.NET wieder. Zudem war Dr. Bohn an der Konzeptionierung und dem Aufbau des ICCAS-Demonstrator-OPs beteiligt, welcher heute der präklinischen Erprobung neuer Technologien dient. Zuletzt arbeitete er im Forschungsfeld Modellbasierte Automation und Integration an der Fertigstellung des klinischen Informationssystems oncoflow, welches in diesem Jahr einen Innovationspreis erhielt. Neben der Leitung wissenschaftlicher und klinischer Projekte war Stefan Bohn auch in der Lehre tätig und engagierte sich für das ICCAS auf vielen internen und öffentlichen Veranstaltungen.

Neun Jahre gute Zusammenarbeit, tatkräftiger Einsatz und herausragende wissenschaftliche Erfolge werden schwer zu ersetzen sein. Das Team des ICCAS dankt dem langjährigen Kollegen für seinen Eifer und die Einsatzbereitschaft zum Wohle des Instituts und aller seiner Mitstreiter und wünscht ihm für den zukünftigen Lebensweg alles erdenklich Gute sowie weiterhin eine feine Spürnase für medizinisch technische Innovationen, denn Dr. Bohn bleibt auch an neuer Wirkungsstätte der Medizintechnikbranche treu.

Mehr über Dr. Bohns Wirkungsbereiche und Publikationen am ICCAS

10. Juli 2014

Eine Delegation aus Dozenten, Ärzten und Studenten der medizinischen Fakultät der Burjatischen Staatlichen Universität in Ulan-Ude besuchte am 9. Juli 2014 das ICCAS.
Nachdem Prof. Thomas Neumuth die Gäste aus der Hauptstadt der russischen Republik Burjatien herzlich willkommen hieß, gewährten Mario Cypko und Stefan Franke Einblicke in laufende Forschungsarbeiten des ICCAS. Mario Cypko präsentierte bisherige Ergebnisse und weitere Vorhaben zum digitalen Patientenmodell. Er weihte die Gäste in die Entstehung und Nutzung von Multi-Entity Bayesian Networks zur Verbesserung der therapeutischen Entscheidungsfindung ein. Interessante Fragen zur Aktualität und Reichweite der Anwendbarkeit sowie zum Datenschutz des Systems gab es anschließend zu beantworten.
Bei den Live-Demonstrationen im ICCAS Konzept-OP wurde Stefan Franke von den Teilnehmenden dicht umringt. Ob Felsenbeinfräse, Ultraschall mit navigierter Punktionsnadel oder Navigationssystem für Eingriffe im HNO-Bereich – die modernen Geräte wurden mit Begeisterung unter die Lupe genommen. Leider hatten die Gäste nur wenig Zeit im Gepäck, denn das ICCAS war nur einer von vielen Programmpunkten des Leipziger Aufenthaltes.

Die Burjatische Staatliche Universität ist eine der ältesten Hochschulen Sibiriens und eine wichtige Einrichtung im Bereich der modernen Wissenschaft und Hochschulausbildung in der russischen Republik. Professoren und Studenten der medizinischen Fakultät organisieren regelmäßig Informationsreisen zu technologisch hochentwickelten Institutionen in Deutschland und anderen europäischen Staaten, um das Konzept der Integrativen Medizin mittels traditionellen und modernen Behandlungsmethoden sowie innovativen Technologien voranzutreiben und Kooperationen zu schmieden.

03. Juli 2014

Mit zukunftsweisenden Gedanken im Kopf kehrten die ICCAS-Teilnehmer des CARS-Kongresses zurück an ihre Forschungsplätze.
Sowohl die eigenen Fachbeiträge als auch die Besuche anderer Sitzungen und Vorträge kurbelten den Dialog mit internationalen medizinischen Experten und klinischen Informatikern kräftig an. Mario Cypko erhielt nach seinem Vortrag über die Systementwicklung zur Modellierung von medizinischen Therapieentscheidungen eine Kooperationsanfrage von einem Institut in Moskau. Zudem konnte er neue Betrachtungsweisen und Lösungen zu ethischen Fragen hinsichtlich computergestützter Therapieentscheidungen für sein Projekt mitnehmen.
Matthäus Stöhrs Tumorboard-Analyse aus Sicht des forschenden Klinikers stieß ebenfalls auf große Resonanz. Eine Firma in den USA sieht großes Potential in den Informationsmodellen und strebt nun eine Zusammenarbeit mit dem ICCAS an.
Auch Philipp Liebmann erhielt Anregungen für die weitere Forschungsarbeit der Standard-Gruppe. In seinem Vortrag zum Status von DICOM und IHE in der Chirurgie stellte er die bestehenden Lösungen sowie die derzeit in Entwicklung befindlichen Datenobjekte und IHE-Profile vor. Im DICOM WG 24 Treffen wurden weitere Entwicklungsansätze besprochen.