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ICCAS feierte 10 jähriges Jubiläum mit internationalem Symposium

07.09.2015

Symposium 07. September 2015

Am 29. August feierte das ICCAS im Paulinum der Universität Leipzig mit einem internationalen Symposium sein 10-jähriges Jubiläum. Institutsdirektor Prof. Andreas Melzer eröffnete die hochkarätig besetzte Veranstaltung und führte durch das wissenschaftliche Programm. Er dankte den Gästen für das gemeinsame Engagement an der Weiterentwicklung der computergestützten Chirurgie.

Prof. Juergen Meixensberger würdigte in einem Rückblick auf das vergangene Jahrzehnt die Leistungen des ICCAS und äußerste sich zur zukünftigen Strategie, die bspw. die gezielte Zusammenarbeit mit Unternehmen beinhalten wird. Anschließend referierte Keynote-Sprecher Prof. Ron Kikinis vom Fraunhofer MEVIS über die Notwendigkeit, herstellerunabhängige Standards für den Austausch von Daten und Informationen im OP einzuführen. Da hier noch kein Markt für die Industrie vorliegt, kommt den Wissenschaftlern eine Schlüsselfunktion zu. Die Bewältigung der Datenkomplexität in der Medizin, so dass sie den Ärzten anwenderfreundlich vor, während und nach der OP zur Verfügung steht, sei eine große Herausforderung für alle Beteiligten.
Vorträge weiterer Kooperationspartner schlossen sich an. Prof. Markus Krabbes von der Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur Leipzig zeigte an Beispielen auf, wie die Zusammenarbeit beide Hochschuleinrichtungen seit vielen Jahren auf verschiedenen Ebenen beeinflusst. Das erst kürzlich ins Leben gerufene Forschungsprojekt zwischen dem ICCAS und dem Max-Planck-Institut für Kognitions- und Neurowissenschaften dagegen, entstand eher per Zufall. Prof. Arno Villringer erläuterte in diesem Zusammenhang die mögliche Anwendung des Magnetresonanz-geführten Fokussierten Ultraschalls (MRgFUS) bei Patienten mit neurologischen Erkrankungen.

Nach einem Imbiss und Posterpräsentationen stellten klinische Partner des ICCAS ihre Entwicklungen in der computerassistierten Medizin vor. Prof. Joerg Seeburger vom Herzzentrum Leipzig sowie Prof. Thomas Kahn (Direktor der Radiologie des UKL) und Prof. Bernhard Sattler (Medizinphysiker in der Nuklearmedizin des UKL) veranschaulichten neueste computergestützte Therapiemethoden. Sie dankten besonders Prof. Melzer für neue Impulse durch sein Wissen zum MRgFUS. Direktor der HNO-Klinik des UKL und ICCAS-Vorstandsmitglied der ersten Stunde Prof. Andreas Dietz lobte die hervorragende Zusammenarbeit der ICCAS-Wissenschaftler mit den Medizinern und die damit verbundene schnelle Umsetzung der unterstützenden Technik, wie bspw. im wöchentlichen Tumorboard des UKL bereits Routine. Der Mediziner betonte aus seiner Sicht, dass die intelligente Technik eine enorme Chance zur Unterstützung des Arztes darstellt, ihn aber nicht ersetzen kann.

Über die technische Forschungsentwicklung des ICCAS referierten ICCAS-Pionier Prof. Thomas Neumuth und ICCAS-Nachwuchswissenschaftler Mario Cypko. Sie beleuchteten wichtige Ziele, an denen das ICCAS arbeitet, wie chirurgisches Workflowmanagement, situationsbewusste chirurgische Assistenzsysteme und digitales Patientenmodell.
Den abschließenden Vortrag hielt ICCAS-Gründungs- und Vorstandsmitglied Prof. Heinz U. Lemke. Auf seinen Ideen fußen viele ICCAS-Innovationen. Prof. Lemke ist bestrebt, DICOM-Standards in den OP zu bringen, was bisher durch politische Passivität erschwert blieb. Laut Lemke werden Standards zukünftig eine große Rolle für die herstellerunabhängige Integration von Technik im OP spielen, damit eine konsistente Darstellung von Informationen und Interoperabilität im OP erreicht werden. Dabei verwies er auf einen kürzlich veröffentlichten EU-Beschluss, der die IHE-Profile als Standard für öffentliche Ausschreibungen definiert. Zukünftig werden Industrieprodukte daran gemessen, ob sie IHE-kompatibel sind. ICCAS liegt mit seinen Vorarbeiten zu IHE in Surgery voll im Trend.

Eine Diskussionsrunde zwischen den Referenten und dem Publikum beendete das Symposium. In dieser wurde noch einmal die gewichtige Rolle des Arztes hervorgehoben. Bei all den technischen Erneuerungen geht es nicht um einen Ersatz des Chirurgen, sondern um dessen Unterstützung für eine transparentere Therapieentscheidungsfindung, die auf überprüfbarem Wissen beruht und sowohl dem Arzt als auch dem Patienten mehr Vertrauen und Sicherheit gibt. Beim anschließenden Farewell in der Moritzbastei nutzten die Gäste die Gelegenheit, sich in Gespräche zu vertiefen und ließen den Tag bei einem Glas Sekt auf das vergangene Jahrzehnt ausklingen.

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