21.06.2017
EMU
Es wird ein multimodales Beatmungssystem mit kombinierter EIT – Messvorrichtung entwickelt, das für eine temporäre Überwachung und automatisierte Beatmung des Patienten eingesetzt werden kann. Dabei sollen Vitalparameter wie z.B. Lungenaktivität und -volumen erfasst werden. Zusätzlich integriert ein Brustgurt eine Bildgebung des Thorax bzw. der Lunge, welche auf EIT basiert. (mehr lesen)
EU-MFH
The aim of this international project is to substantially improve medical care during European disaster relief missions. The various EU Member States are contributing their specific expertise in order to develop a mobile emergency field hospital which can be quickly set up and used to treat a large number of patients from first response to hospital care. (mehr lesen)
06.10.2020
DIRTH
Projektbeschreibung
Bei der Infrarotthermografie wird elektromagnetische Strahlung, die das menschliche Auge nicht sehen kann, von einem (warmen) Objekt gemessen. Sensoren in der Wärmebildkamera konvertieren die emittierten und reflektierten Strahlungen in grafische Bilder, in denen die Bildintensitäten proportional zu den Körpertemperaturen dargestellt sind. Dieses Verfahren ist nichtinvasiv, kontaktlos und einfach in der Anwendung. Der Anwendungsbereich von Thermografie in der Medizin ist breit: Untersuchung bei Kreislaufstörungen und Gelenkentzündungen, Detektion von Tumoren oder Untersuchung der Durchblutung von Gewebe. Da dieses Verfahren keinen Kontakt mit dem Patienten erfordert, sind Wärmebildkameras besonderes für den Einsatz in der Chirurgie geeignet.
Hersteller bieten derzeit eine große Auswahl an Wärmebildkameras an, die für die Anwendung im OP-Saal jedoch nicht optimal geeignet sind. Die Anforderungen sind: die Aufnahme eines kleinen Bereiches in einem Bild mit maximaler Anzahl von Pixeln, die Detektion von minimalen Temperaturunterschieden, die Kompatibilität des Systems mit der OP-Umgebung (Größe, Mobilität, Bedienfreundlichkeit). Außerdem wird die Aufnahme und Darstellung der Bilder von Software gesteuert, die nur einfache Werkzeuge für die Auswertung der Wärmebilder anbietet. Für eine genauere Auswertung der Wärmebilder, besonderes bei der dynamischen Thermografie, soll die Software verbessert und ergänzt werden.
Die Entwicklung eines DIRTH-Systems (Dynamisches InfraRotTHermografiebildgebungs-System) soll die Verwendung der Thermografie im OP-Saal erleichtern und die Interpretation bzw. die Auswertung der thermischen Bilder verbessern.
Forschungsziele
Ziel des Projektes ist die Entwicklung eines leichten und portablen Infrarotthermografiegerätes für den Einsatz im OP-Saal. Das System muss kompakt und transportabel sein, damit es einfach in verschiedenen OP-Sälen eingesetzt werden kann. Das zu entwickelnde System wird mit leistungsfähigen Softwarealgorithmen für eine optimale Visualisierung und Auswertung der thermischen Bilder bei statischer und dynamischer Thermografie ausgestattet. Abschließend erfolgt eine Evaluierung des DIRTH-Systems und seiner Funktionen mit den klinischen Partnern im OP-Saal.
Thematische Schwerpunkte
- Entwicklung eines neuen, kompakten und transportablen Systems für dynamische Thermografiebildgebung
- Entwicklung von neuen Funktionen für die Auswertung dynamischer Thermografie
- Evaluation bei plastischer Chirurgie
15.04.2019
DPM
Im Projekt werden informationstheoretische Konzepte zur formalen Beschreibung und Modellierung von Patientendaten und von chirurgischen Entscheidungsprozessen erstellt. Patientenmodelle verknüpfen und analysieren sämtliche für eine Operation und Therapieplanung relevante Daten und ermöglichen somit eine Rundumdarstellung des Patienten sowie seines erkrankten Organs. Entscheidungsmodelle beschreiben die Entscheidungsprozesse. (mehr lesen)
21.06.2017
Dental Imaging
Das Hauptziel von Zahnbehandlungen ist die Mundgesundheit sowie der Erhalt der Zahnstrukturen. Hierzu ist ein modernes Kariesmanagement (Prophylaxe) erforderlich, welches alle Verfahren zur Verhinderung neuer kariöser Läsionen (Defekte) umfasst. Ebenso wichtig ist die Erkennung und Beurteilung von frühen kariösen Läsionen und die Überwachung von direkten und indirekten Restaurationen (Zahnwiederherstellungs-Bonding). Das nichtinvasive bildgebende OCT ist ein geeigneter Ansatz zur Darstellung harter Zahnstrukturen bis zu einer Tiefe von 2,5 mm. Frühere Studien zeigten, dass der Nachweis kariöser Läsionen und die Beurteilung des Zahn-Komposit-Verbunds vielversprechende Anwendungsgebiete des OCT zur Zahnerhaltung sind.
Publikationen
Schneider H, Park KJ, Häfer M, Rüger C, Schmalz G, Krause F, Schmidt J, Ziebolz D and Haak R. Dental Applications of Optical Coherence Tomography (OCT) in Cariology. Appl. Sci. 2017; 7(5): 472-493
Park KJ, Schneider H, Haak R. Assessment of interfacial defects at composite restorations by swept source optical coherence tomography. J Biomed Opt. 2013; 18(7):076018
Park KJ, Schneider H, Haak R. Assessment of defects at tooth/self-adhering flowable composite interface using swept-source optical coherence tomography (SS-OCT). Dent Mater. 2015; 31(5):534-41
Häfer M, Jentsch H, Haak R, Schneider H. A three-year clinical evaluation of a one-step self-etch and a two-step etch-and-rinse adhesive in non-carious cervical lesions. J Dent. 2015; 43(3):350-61
Schneider H, Krause F, Ziebolz D, Haak R. Optische Kohärenztomographie in der Kariesdiagnostik und Restaurationsbeurteilung. Quintessenz 2016; 67(7): 869-879
Schneider H, Park KJ, Rueger C, Ziebolz D, Krause F, Haak R. Imaging resin infiltration into non-cavitated carious lesions by optical coherence tomography. J Dent. 2017; 60:94-98
Park KJ, Haak R, Ziebolz D, Krause F, Schneider H. OCT assessment of non-cavitated occlusal carious lesions by variation of incidence angle of probe light and refractive index matching. J Dent. 2017; 62:31-35
BIOPASS
Das Projekt BIOPASS befasst sich mit der Entwicklung eines neuartigen Navigationsverfahrens für die endoskop-geführte minimal-invasive Chirurgie. Ziel ist es, endoskopische Informationen mit denen des OP-Ablaufs zu kombinieren und in für eine Software lernbaren Situationen zu beschreiben. Die dadurch erzielte Intelligenz der Software soll dem Chirurgen bei seiner Arbeit helfen und gleichzeitig Hardware-bedingte Anforderungen und Fehlereinflüsse verringern. Im zweiten Projektjahr wurden die identifizierten klinischen und technischen Anforderungen genutzt, um erste Funktionen für das BIOPASS-System umzusetzen. Ein erster Prototyp wurde am ICCAS entwickelt, um speziell die Interaktion zwischen Anwender und intelligenter Software am Beispiel eines HNO-Eingriffs zu simulieren. Ein wesentlicher Fokus liegt dabei auf den präsentierten Informationen und der Navigation durch die anatomischen Regionen in der Endoskopsicht. In weiterführenden Arbeiten wird ein erster Demonstrator am ICCAS entwickelt, der die einzelnen Funktionen der Projektpartner zusammenführt.
20.04.2017
OntoMedRisk
Medizinisches Personal arbeitet oft unter großer physischer und psychischer Belastung, wodurch sich die Wahrscheinlichkeit von Fehlern und unerwünschten Ereignissen erhöht. Im Rahmen des OntoMedRisk-Projekts wird daher eine agentenbasierte, ontologie-gestützte Softwarelösung entwickelt, um das Auftreten solcher Ereignisse zu minimieren. Das Ziel ist es, Ärzten und medizinischem Fachpersonal eine technische Unterstützung zur prozessübergreifenden Risikoerkennung und Fehlervermeidung zur Verfügung zu stellen. Die Softwarelösung soll dynamisch eine Risikoanalyse auf der Grundlage von verfügbaren Datenquellen (wie der Patientenakte, dem KIS oder Checklisten, aber auch basierend auf realen Situationen im Prozess) durchführen. Daraufhin sollen kontextsensitive Hinweise zur Fehlervermeidung für die am Prozess beteiligten Fachkräfte generiert werden.
02.12.2020
OncoControl
Projektbeschreibung
Die interdisziplinäre Behandlung von Patienten mit der Diagnose Kopf-Hals-Tumor (KHT) stellt die verschiedenen beteiligten Fachdisziplinen vor die Herausforderung, einerseits die komplexen dreidimensionalen anatomischen Zusammenhänge (Chirurgie und Strahlentherapie) sowie andererseits Daten der zunehmend diversifizierten Molekularbiologie für eine sinnvolle Therapieentscheidung aufzubereiten.
Ziel des Projektes OncoControl ist die Realisierung eines webbasierten Systems für die Kopf-Hals-Onkologie, mit dem die Exploration, Analyse und Verwaltung von Patientendaten erfolgen kann. Dadurch soll die Kommunikation zwischen den einzelnen klinischen Disziplinen, die am onkologischen Workflow beteiligt sind, sowie Diagnose- und Therapieprozesse durch geeignete technische Mittel unterstützt und optimiert werden.
Forschungsziele
Der zentrale Gedanke bei der Entwicklung von OncoControl fokussiert die Qualitätssteigerung onkologischer Therapieentscheidungsprozesse auf dem Gebiet der komplexen Kopf-Hals-Tumore, die Verbesserung bestehender Arbeits- und Behandlungsprozesse sowie eine Unterstützung des Entscheidungsfindungsprozesses im Tumorboard durch den Einsatz von Endoskopiebildern und 3D Tumorrekonstruktionen neben den bisher genutzten Schichtbildern aus Computertomographie (CT) und Magnetresonanztomographie (MRT).
Eine neue und innovative Präsentationsform, die Treatment Summary, unterstützt den Arzt nach dem Öffnen der Patientenakte mit einer komprimierten Darstellung aller relevanten Informationen im aktuellen Behandlungsschritt und bietet eine schnelle Übersicht über den aktuellen Patientenstatus.
Thematische Schwerpunkte
- Automatische zentralisierte Informationsaggregation
- Erhöhung der Datenqualität und Priorisierung von Informationen
- Automatische Generierung der Treatment Summary und klinischer Dokumente
- Computergestützte TNM-Klassifikation
- Verifikation, Integration und Evaluierung des Gesamtsystems im klinischen Einsatz
Bisherige Forschungsergebnisse
Zugehörige Publikationen:
Birnbaum, Zebralla, Boehm, Dietz, Neumuth. „Metric Learning for TNM-Classifications of Patients with Head and Neck Tumors“. CARS 2016 Proceedings. Heidelberg, 2016.
Meier, Jens, Stefan Bohn, Bernhard Glaser, Klemens Birnbaum, Andreas Boehm, und Thomas Neumuth. „The Treatment Planning Unit: Concept and realization of an integrated multimedia decision support system for multidisciplinary team meetings“. In MedInfo 2015. Sao Paolo, 2015.
Meier, Jens, Andreas Dietz, Andreas Boehm, and Thomas Neumuth. “Predicting Treatment Process Steps from Events.” Journal of Biomedical Informatics 53 (February 2015): 308–19. doi:10.1016/j.jbi.2014.12.003.
Ausblick
Die Entwicklung des klinischen Informationssystems OncoControl soll es dem Arzt ermöglichen, alle Informationen zu bestehenden Patienten in einer einheitlichen, strukturierten und auf den klinischen Arbeitsalltag zugeschnittenen Benutzeroberfläche abzurufen, klinische Dokumente wie Arztbriefe oder OP-Berichte aus gegebenen Informationen mit nur minimalem Zeitaufwand zu erstellen und die bestehenden Informationen für klinische Studien, Qualitätsmanagement oder die Durchführung klinischer Zertifizierungen zu nutzen. Weiterhin soll das System durch innovative Verfahren z.B. zur TNM-Klassifikation oder Dokumentengenerierung bei der Diagnose, Behandlungsstrategie, Dokumentation, aber auch Präsentation und Patientenaufklärung assistieren und damit den klinischen Alltag und die Kommunikation zwischen den Fachkräften erleichtern. Mithilfe automatisierter Verfahren soll zudem der Weg zu standardisierten Prozeduren und damit vergleichbaren Analyseergebnissen bereitet werden.
21.09.2020
EVENTOR
Projektbeschreibung
Eventor ist ein Projekt in Kooperation mit der SWAN – Scientific Workflow Analysis GmbH. Ziel des Projektes ist eine technische Verknüpfung von Prozesslogik und Integrationstechnologien für den intra- und peri-operativen Bereich. Datenaustausch und Interaktion zwischen verschiedenen Medizingeräten können somit teilautomatisiert erfolgen und dynamisch auf die chirurgische Situation angepasst werden. Daraus ergeben sich neue Möglichkeiten für chirurgische Assistenzsysteme. Zudem wird die erforderliche Mensch-Maschine-Interaktion vereinfacht und der Operateur entlastet. Bei der Implementation werden weitestgehend bestehende Kommunikationstechnologien sowie ein spezialisiertes Regelwerk für Prozessinformationen genutzt. Die entwickelten Konzepte und Prototypen werden an ausgewählten klinischen Anwendungsfällen evaluiert.
Forschungsziele
Die wachsende Zahl der Medizingeräte und Informationssysteme im Bereich des Operationssaals führt zu einem gesteigerten administrativen Aufwand im intra- und peri-operativen Bereich. Die Möglichkeiten einer Vereinfachung durch Prozesslogik werden in Rahmen des Projektes mit folgenden Teilzielen evaluiert:
- Anbindung bestehender Medizingeräte und Informationssysteme an eine prozessgestützte Vernetzungstechnologie,
- Modellierung chirurgischer Anforderungen auf Basis bestehender Prozessmodell-Konzepte,
- Konzeption eines Regelwerks zur Integration von Prozessinformationen,
- Entwicklung und Evaluation von prototypischen Implementierungen für ausgewählte klinische Einsatzfelder.
Thematische Schwerpunkte
Das Projekt verbindet drei aktuelle Forschungsgebiete:
- komplexe Modellierung chirurgischer Prozesse,
- situationsbezogene Kommunikation und Interaktion von Medizingeräten,
- prozessgestützte Informationsflüsse.
Bisherige Forschungsergebnisse
Im Rahmen des Projekts wurden bisher klinische Anwendungsfelder strukturiert und eine Anforderungsanalyse durchgeführt sowie bestehende Technologien auf ihre Nutzbarkeit innerhalb des Vorhabens evaluiert.

Ausblick
Eventor entwickelt und evaluiert Konzepte zur dynamischen Verknüpfung von Prozesslogik und Integrationstechnologien für verschiedene klinische Anwendungsfelder. Die Entwicklungen im Rahmen des Eventor-Projekts leisten einen entscheidenden Beitrag zur fachlichen Einbettung des Informationsflusses bestehender Medizingeräte in die chirurgische Arbeit und werden damit zu einer besseren Patientenversorgung beitragen.


